Vortragsreihe: Soziales Verhalten in IT-Projekten

Was bisher geschah:

Dr. Gerhard Wohland: Kulturbeobachtung – ein Element dynamikrobuster Höchstleistung
12. Juli 2007

Wir haben mehrere Veranstaltungen über das Soziale in Projekten und wie es genutzt / gefördert werden kann gehabt. Es wird heute viel über Controlling, Exzellenz, dynamische Märkte gesprochen. Hier ein Blick auf diese interessanten Fragen von einem erfahrenen, theorie- und praxisinteressierten Berater:

Bei niedriger Umgebungsdynamik kann die Kultur einer Organisation als das Verhalten ihrer Mitglieder gedacht werden. Verhalten lässt sich durch Argumente, Belohnung und Strafe fast beliebig verändern. Bei hoher Dynamik muss Kultur als das gedacht werden, was hinter dem Verhalten steckt. Kultur besteht nun aus Werten, die sich verhalten wie ein Gedächtnis. Sie verändern sich ständig, können aber nicht gezielt verändert werden. Kultur wird zum Gedächtnisschatten der bestehenden Verhältnisse. Kulturentwicklung im Sinne von Gestaltung ist weder nötig noch möglich. Andererseits wird die Beobachtung der eigenen Kultur zum wichtigen Indikator für das, was einer Organisation auf dem Weg zur Höchstleistung zugemutet werden kann und was nicht.

Notizen von Matthias Müller-Prove
18. Oktober 2007

Kausale Systeme funktionieren.
Nichtkausale Systeme funktionieren auch!
Aber warum?
Gibt es die Theorie eines Unternehmens?
Systemtheorie von Luhmann
Eine Organisation besteht nicht aus Menschen.
Eine Organisation ist auch nicht das Produkt von Menschen.
(Organisationen können verblöden. Aber die Menschen nicht.)
Man kann die Organisation nicht ändern. Man kann daran zwar etwas machen. Das hat aber keinen Effekt.
Kultur besteht auch nicht aus Menschen.
Regeln – Prozesse – Disziplin
Dynamischer Markt
Denkwerkzeuge für dynamische Märkte, Seite 17
Abb. aus „Denkwerkzeuge für dynamische Märkte“, Seite 17
Persönlichkeit als Chef
kommunikativ überspannen
Die kommunikative Reichweite der Firmengründer überspannen das [gewachsene] Unternehmen nicht mehr.
Kultureller Effekt des kommunikativen Problems ist Misstrauen.
Höchstleister wissen, dass dieser Konflikt produktiv ist.
> ständiger Streit und ständiger Konsens
Unterscheidung ist zentraler Begriff für die Systemtheorie
lebendig tot
a-kausal kausal
komplex kompliziert
ständig laufende Überraschungen
die rote Seite die blaue Seite
Komplexität (ist die Eigenschaft von Etwas gdw. nicht mehr alles mit allem zusammen hängt) Kompliziertheit
Komplexität verschwindet durch Üben Kompliziertheit verschwindet durch Lernen
aus Üben folgt Können aus Lernen folgt Wissen
Prinzip, Verantwortung Regeln
Idee gesammelte Regeln sind Methode
Information Daten
Werte Verhalten
Führung (konstruktive Steuerung) Verwalten
Laut Taylor
Freizeit Arbeitszeit
Meisterklasse
Meine Werte unterliegen nicht meinem Willen; aber sie verändern sich durch Erinnerung an Erfahrungen und Gedächtnis.
Werkzeuge zum Reparieren einer Kultur (die aus Verhalten besteht): Argument, Belohnung, Strafe
Globalisierung führt dazu, dass die Komplexität der Umgebung ansteigt.
Kulturbeobachtung: rot oder blau
Jedes Projekt beginnt rot, dann blau, und kriecht bei Havarie wieder zur roten Seite.
Werte sind Schatten von Kultur.
Man muss die Gründe ändern, um die Werte zu ändern.
Unternehmen haben keine Kultur. Nur eine Gruppe von Menschen kann ein Wir entwickeln und damit eine Kultur.
Große Unternehmen haben mehrere Wirs.
Kultur ist Schatten von Verhältnissen. Diese spielen auf der Hinterbühne.
Mitarbeiterbefragungen liefert nur die Vorderbühne, nicht die Kultur.
Kriterien für Höchstleister
Nicht Budgetieren (BBRT – Beyond Budgeting Round Table, Beyond Budgeting on Xing)
Höchstleister reduzieren nicht die blaue Seite.
Duale Wertschöpfung: Beobachten der Grenze zwischen rot und blau
Denkwerkzeuge für dynamische Märkte, Seite 122
Abb. aus „Denkwerkzeuge für dynamische Märkte“, Seite 122
Wie saniert man eine Havarie?
Havarierte Projekte sind immer fleißig.
Intelligenzverwirbelung
Problem-Transformation macht die Struktur des Problems sichtbar, insb. die roten Anteile.
Verkettete Interviews

PS März 2009

Kollektive Intelligenz ist Kultur

Audiotipp: Die Peperoni-Strategie für Frauen

Prof. Dr. Jens Weidner: Die Peperoni-Strategie für Frauen: Wie Sie Männern Feuer unterm Hintern machen. Machtspiele durchschauen – die eigene Durchsetzungsstrategie schärfen
Professor Jens Weidner ist Erziehungswissenschaftler und Kriminologe an der Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Sein Buch Die Peperoni-Strategie: So setzen Sie Ihre natürliche Aggression konstruktiv ein ist im Campus-Verlag erschienen. Sein Vortrag wurde im Rahmen der “Karrierezeit-Lounge” mitgeschnitten. “Karrierezeit” ist eine online-basierte Management-Weiterbildung für Frauen, die das MMKH gemeinsam mit der Arbeitsstelle für Wissenschaftliche Weiterbildung an der Universität Hamburg anbietet.

Annäus Bruhns: Soziales Verhalten in IT-Projekten – und Projektmanagement
11. September 2006

Vortrag von Annäus Bruhns, diplomierter Informatiker und Soziologe, ist seit vielen Jahren als Coach insbesondere für Projektleiter tätig.

In einem ersten Vortragsteil wurde die These begründet, dass diese Verhaltensweisen eine unvermeidliche Nebenwirkung von Informatik-Methoden und der dazugehörigen "systemischen Weltsicht" sind. Als Lösung für dieses Problem wurde eine ergänzende "zweite Weltsicht" beschrieben, deren handlungsleitende Methoden zu einem sozialen Miteinander und zu einer anderen Auffassung von Rationalität führen.

In einem zweiten Vortragsteil wird eine Projektmanagement-Vorgehensweise vorgestellt, die beide "Weltsichten" berücksichtigt und sowohl zu guten Projektergebnissen führt wie auch zu einem menschlichen Miteinander im Entwurfs- und Erstellungsprozess.

Annäus Bruhns: Soziales Verhalten in IT-Projekten – ist möglich!
19. Juni 2006

Ausgangspunkt sind "unsoziale" und "irrationale" Verhaltensweisen, wie sie in IT-Projekten oft beobachtet werden können. Michael Schudy hatte dazu beispielhaft seine persönlichen Erfahrungen dargestellt.

Annäus Bruhns, diplomierter Informatiker und Soziologe, wird in einem ersten Vortragsteil die These begründen, dass diese Verhaltensweisen eine unvermeidliche Nebenwirkung von Informatik-Methoden und der dazugehörigen "systemischen Weltsicht" sind. Als Lösung für dieses Problem wird eine ergänzende "zweite Weltsicht" beschrieben, deren handlungsleitende Methoden zu einem sozialen Miteinander und zu einer anderen Auffassung von Rationalität führen.

Lesetipps

Michael Schudy: Soziales Verhalten in IT-Projekten
27. April 2006

Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass Aufwand und Erfolg von IT-Projekten entscheidend durch das Verhalten der Beteiligten Gruppen und Personen beeinflusst werden. Michael Schudy wird seine These, dass das soziale Verhalten der Beteiligten gleichermaßen entscheidend ist wie die Lösung von fachlichen Aufgabenstellungen, durch seine persönlichen Erfahrungen untermauern. An diesem Abend bleiben wir auf der Erscheinungsebene. Annäus Bruhns, diplomierter Informatiker und Soziologe, und seit vielen Jahren als Coach insbesondere für Projektleiter tätigt, wird an einem folgenden Abend das Thema vertiefen.